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Die Welt der Dampfbäder

« Ein Kulturenvergleich »

Hierzulande werden Dampfbäder insbesondere mit dem hohen Norden Europas in Verbindung gebracht. Doch auch in anderen Ländern und Kulturen dienen die entspannenden Wellnessoasen der Reinigung von Körper, Geist und Seele – und zwar schon seit vielen Jahrhunderten. So schwitzten bereits die Griechen und Römer zu Zeiten der Antike um die Wette. Palastartige Anlagen bildeten damals die Örtlichkeiten des Genusses – und auch moderne Dampfduschen beziehungsweise -tempel erweckten einen paradiesischen Eindruck. Wir erklären Ihnen die Besonderheiten verschiedener Dampfbadekulturen – vom römischen Caldarium über das türkische Hammam und japanische Sento bis hin zum irischen Dampfbad.

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Das römische Dampfbad – der 3-Gänge-Komfort

Körper und Geist sowie das perfekte Zusammenwirken der beiden menschlichen Schätze spielten im antiken Rom in nahezu allen Bereichen eine wesentliche Rolle. Insofern verwundert es nicht, dass die Römer der Erholung im Dampfbad großen Wert beimaßen. Dieses wurde aus Marmor errichtet und verfügte sowohl über eine Boden- als auch eine Wandheizung. Man erhitzte Wasser in großen Kesseln und leitete es in steinerne Kanäle, die durch die Wände führten. Bevor die Genusswilligen das Bad betraten, wuschen sie sich gründlich. Dann gaben sie sich der Hitze des dampfenden Tempels hin – in drei Schritten: Der erste Raum des römischen Dampfbades trug den Namen Tepidarium. In ihm herrschte eine Raumtemperatur von „nur“ circa 30 Grad Celsius. So fungierte er als Basis, die der jeweiligen Person die Akklimatisierung an die gesteigerte Hitze der folgenden Räume erleichtern sollte.

© nobeastsofierce / Fotolia.com
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Die zweite Etappe – Caldarium genannt – umgab den Römer mit 40 Grad Celsius warmen Dämpfen. Doch richtig ins Schwitzen geriet er erst im dritten und letzten Raum: Das Laconium erreichte und überschritt die 60-Grad-Marke.

Das türkische Dampfbad – orientalisch Schwitzen im Hammam

Zwar wird es in der Regel den Türken zugeschrieben, in Wahrheit erstreckt sich das Verbreitungsgebiet des bekannten Hammam allerdings über den gesamten arabischen Raum. Schon der Baustil des Dampfbades spiegelt die orientalischen Eigenheiten wider, die sich nicht zuletzt in der Freude an kreativen Mustern und Materialien sowie dem Feinsinn für körperliche Bewegung, etwa in Musik und Tanz, äußern: Als Substanz kommt Stein, vor allem Marmor, zum Einsatz. Die Anlagen werden hauptsächlich in runder Gestalt errichtet.

© nusi55 / Fotolia.com
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Wie beim alten – und auch dem modern interpretierten – römischen Schwitzbad findet sich eine Aufteilung in mehrere Räume: Zunächst entledigt man sich in der Umkleide seiner Kleidung, um anschließend in den Waschraum zu treten und sich sorgfältig vom Schmutz der Straße zu befreien. Erst dann darf man ins Innere des Hammam eintreten, dessen Herzstück der Hauptraum bildet. Dort formieren sich kreisrunde Liegeflächen um den so betitelten Nabelstein, der im Zentrum thront und erhitzt wird. Im halligen Raum ist man Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad Celsius ausgesetzt.

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Interessant: Früher wurde das Hammam unterirdisch mit Holz befeuert, sodass man durch dicke Dampfschwaden schritt und den Boden kaum ohne Holzpantinen betreten konnte. Inzwischen verwendet man neuartige, besser regulierbare Methoden, um den Hauptraum zu erwärmen. An Letzteren schließen sich diverse Nebenräume an, die unterschiedlich stark beheizt werden. So stehen höher und niedriger temperierte Zonen zur Verfügung.

© uwimages / Fotolia.com
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Abgerundet wird der Besuch eines Hammam durch eine ausgiebige Massage. Mitunter erhält man auch eine Heilerdepackung für die Hautpflege. In seinem weitläufigen Heimatgebiet dient das Schwitzbad nicht nur der Körperhygiene. Als rituelle Reinigung begleitet es auch für die Kultur typische Anlässe wie die Eheschließung oder die Beschneidung. Frauen und Männer besuchen das Hammam getrennt.

Das japanische Dampfbad – asiatisches Flair

Einst waren Dampfbäder in Japan eine Notwendigkeit, da die Menschen lange Zeit keine privaten Badezimmer in ihren Häusern hatten. Heute stellen die Sentos beliebte Treffpunkte dar und sind in Anbetracht ihrer sozialen Funktion nach wie vor nicht aus dem Alltag der Japaner wegzudenken. Ein wesentliches Erkennungsmerkmal des Schwitzbades ist der hohe Schornstein, der nicht nur an die Tradition erinnert, sondern deren Weiterleben offenbart: Auch in der Gegenwart wird im japanischen Dampfbad meistens mit Holz geheizt. Lust auf ein erholsames Erlebnis macht gemeinhin schon die Tür, deren Gestaltung oft jener bei einem Tempel ähnelt. In modernen Sentos gibt es separate Baderäume für Frauen und Männer.

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Kurioserweise wurde die strikte Geschlechtertrennung erst im 19. Jahrhundert eingeführt. Zwischen dem Umkleide- und Badebereich sorgt eine Schiebetür dafür, dass die wohlige Hitze nicht entweicht. Dies gilt für alle Regionen außer Okinawa, wo das Klima recht heiß und es daher erwünscht ist, den Dampf ein wenig zu verteilen. Der Baderaum selbst präsentiert sich klassisch mit Holz verkleidet. Eine sinnliche Erweiterung des Genusses schafft die gemalte Naturlandschaft, die sich in vielen Sentos auf einer Seitenwand befindet und die Blicke auf sich zieht. Dieses Charakteristikum bildet eine Analogie zu den von den Japanern sehr geschätzten Onsenbädern, die ihren Gästen eine freie Sicht auf die umliegende Natur bieten. Normalerweise hat man die Wahl zwischen zwei oder drei Becken, die unterschiedlich temperiert, jedoch mindestens 40 Grad Celsius heiß sind.

© Gee / Fotolia.com
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Wie bei den alten Römern und dem Hammam erfolgt vor dem eigentlichen Bad eine umfassende Körperreinigung. Zu diesem Zweck beherbergen Sentos üblicherweise Räumlichkeiten mit einer Reihe von Wasserhähnen, die kaltes und warmes Wasser spenden. Vor den Hähnen stehen kleine Hocker.

Das irische Dampfbad – ein römischer Verwandter

Beim irischen Schwitzbad handelt es sich um ein großes Ganzes, das sich aus mehreren Feucht-Warmluft-Räumen zusammensetzt und den früheren römischen Badeanstalten stark ähnelt. Nach den üblichen Vorbereitungsmaßnahmen – also der Entkleidung und ausgiebigen Körperreinigung – begibt man sich in den ersten Raum, der eine Temperatur von etwa 30 Grad Celsius aufweist. Dort wird der Gast gerne mit Bürstenmassagen behandelt. Diese steigern die Erwärmung und Durchblutung der Haut.

© aorlyan / Fotolia.com
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Nach der ansprechenden Einleitung, die bereits die eine oder andere Schweißperle zutage gefördert haben sollte, geht man zum nächsten Highlight über: Im zweiten Raum, der eine Temperatur von etwa 50 Grad Celsius erreicht, ist pures Schwitzen angesagt. Daraufhin kann man sich bei Bedarf in einem Tauchbecken abkühlen.

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Es folgt eine kurze Ruhephase, ehe man neuerlich die ersten beiden Räume genießt und schließlich den absoluten Höhepunkt erlebt – im irischen Dampfbad, einem Raum, der dicht mit Dampf gefüllt ist und um die Dampfquelle herum Sitzbänke in unterschiedlichen Höhen aufweist. Je mehr man sich der Dampfquelle nähert, desto feuchter und wärmer wird es. Durch die Feuchtigkeit verwandelt sich das Atmen in einen Inhalationsprozess.

© claudiociani / Fotolia.com
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Zu erwähnen ist, dass die Grundtemperatur des irischen Dampfbades deutlich unter der einer normalen Sauna liegt. Es kommt den Iren nämlich nicht auf übermäßig starkes Schwitzen an. Vielmehr stehen die Öffnung der Hautporen und Tiefenbefeuchtung der Haut im Vordergrund. Nach Verlassen des Hauptraumes ist eine Abkühlung vorgeschrieben. Zu guter Letzt sollte man sich eine ordentliche Ruhephase gönnen.

Und wie genießen wir das Dampfbad?!

Im Gegensatz zu den vorgestellten Kulturen gibt es in unseren Gefilden keine festen Regeln. Am liebsten mischen wir das Beste aus allen Varianten ineinander und fügen olfaktorische Reize durch betörende Aromen wie Eukalyptus, Minze oder andere Düfte, die zur Befreiung der Atemwege beitragen, hinzu.

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Wie man sein Schwitzbad auch genießt: Die Lockerung der Muskeln und des gesamten Körpers sowie ein Gefühl absoluter Entspannung sind einem gewiss!