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Von der indianischen Schwitzhütte bis zur finnischen Sauna

« Eine Reise durch die Welt des Saunierens »

Die Saunakultur ist uralt und fast überall auf der Welt zu Hause. Während in Deutschland die finnische Sauna sehr verbreitet ist und sich bereits häufig als Heimsauna in Privathaushalten etabliert hat, sind Temazcal, Schwitzhütte, Banja und sogar die schwedische Verwandte der finnischen Variante hierzulande eher unbekannt. Dabei ist der Besuch anderer Saunaformen zu empfehlen, denn jede Kultur offenbart beim Saunieren spannende Besonderheiten.

Saunieren wie vor Tausenden von Jahren

Obwohl Saunieren heute als „Wellness“ gehandelt wird, liegen die Ursprünge des Schwitzens schon viele Jahrtausende zurück.

Nicht nur im alten Rom, sondern auch bei den Ureinwohnern Nordamerikas ist der mit heißer Luft gefüllte Raum ein traditioneller Versammlungsort gewesen, der häufig sowohl der spirituellen als auch körperlichen Stärkung und Reinigung diente. Obgleich schon so alt, haben sich viele Bauformen und Techniken allerdings wenig verändert.

Die Schwitzhütte in Nordamerika

Die Schwitzhütte wurde seit jeher von den Indianern Nordamerikas für spirituelle, kulturelle und medizinische Zwecke genutzt. Obgleich bei vielen Völkern in ganz ähnlicher Form vertreten, hat doch die Schwitzhütte der Sioux aufgrund ihrer Inipi-Zeremonie Berühmtheit erlangt. Die Bauform der Schwitzhütte unterscheidet sich von Stamm zu Stamm. Allen gemein ist jedoch, dass bereits die Bauphase selbst durch viele Rituale und Regeln begleitet wird. So wird sie beispielsweise der Himmelsrichtung entsprechend ausgerichtet, muss in Größe und Form dem Verwendungszweck Rechnung tragen und vieles mehr.

© MangAllyPop@ER / Fotolia.com
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Die traditionellen Regeln der Medizinmänner gilt es, individuell umzusetzen. So kann die Schwitzhütte sowohl die Form einer richtigen Hütte als auch einer halbrunden Weidenkuppel annehmen oder einem sehr spartanischen Erdloch entsprechen. Beheizt werden alle Bauarten durch eine in die Erde eingelassene Feuerstelle, deren Feuer mit Holzscheiten entfacht wird. Darüber liegen trockene Steine, die durch die Flammen zu glühen beginnen. Um ein Zerbersten der Steine zu vermeiden, wird auf Aufgüsse verzichtet, welches sie von vielen anderen Saunaformen deutlich unterscheidet.

Das Temazcal – die Schwitzhütte Mexikos

Das mexikanische Temazcal ist in seiner Bauform und Funktion mit der nordamerikanischen Schwitzhütte zu vergleichen. Lediglich der rituelle Aspekt ist gänzlich verschieden.

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Anders als in Nordamerika wurde das Temazcal weniger zu spirituellen Reinigungen oder als sozialer Raum verwendet. Es diente vor allem der Gesundheit.

Die Banja – das Herz Russlands

Kernstück der russischen Banja ist der Ofen, in dem die Steine bis auf unglaubliche 800°C erhitzt werden. Damit sie extremen Temperaturen erreichen können, ist der Ofen verschlossen und wird immer nur kurz geöffnet, um neues Wasser einzufüllen. Dieses verdampft praktisch explosionsartig und wird dann in die Banja geleitet. Durch die hohen Temperaturen entstehen sehr kleine Wassertropfen in der Luft und der für die russische Banja typische „leichte“ Dampf. Dieser soll anders als der „schwere“ Dampf der finnischen Sauna nicht auf der Haut brennen und wird daher als angenehmer empfunden. 70°- 80°C bei hoher Luftfeuchtigkeit stellen so kein Problem dar und der russische Banjabesucher kann sich viel länger in ihr aufhalten als der finnische Saunagänger.

© andreigilbert / Fotolia.com
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Mit dem „leichten“ Dampf werden viele gesundheitsfördernde Aspekte verbunden. So soll nicht nur die Lunge gestärkt, sondern auch die Hautporen geöffnet und die Durchblutung verbessert werden. Durch die Auspeitschung mit einem locker gebundenen Besen aus beblätterten Birkenästen wird dieser Effekt noch verstärkt.

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Die Banja spielt in der russischen Tradition seit rund 200 Jahren eine wichtige Rolle. Jeder Feiertag wurde in ihr zelebriert und auch vor jeder Verlobung und nach der traditionellen Hochzeitsnacht war das Schwitzen zur spirituellen und körperlichen Reinigung in der Banja Pflicht. Auch heute noch werden viele Geschäftspartner in die Banja eingeladen, was im russischen Raum als besonders höflich empfunden wird.

Die schwedische Sauna – der extreme Temperaturschock

Die schwedische Sauna, auch Bastu genannt, ist eigentlich eine Kombination aus Schwitzhütte, eiskaltem Bad und entspannendem Whirlpool. Die extremen und von den Schweden auch schnell herbeigeführten Temperaturschwankungen sollen das Immunsystem stimulieren und stark im kalten nordischen Winter machen. Sie sind jedoch für das Herz-Kreislauf-System sehr belastend und daher nur für gesunde und trainierte Saunagänger zu empfehlen.

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Die Schweden heizen für ihre Bastu ein umgerüstetes Blockhaus auf bis zu 100 °C an. Im Anschluss an den 10 – 15 minütigen Aufenthalt geht es hinaus in den eiskalten See oder ins Schneebad. Anders als bei den Finnen wird der Körper jedoch nicht schrittweise abgekühlt. Der Temperaturunterschied bewirkt ein starkes Brennen auf der Haut, welches durchaus als schmerzhaft beschrieben werden kann. Im Anschluss muss der Organismus einen weiteren Umschwung managen, denn nach der Abkühlung entspannen die Schweden in einem bis zu 45°C heißen Badezuber, der am ehesten mit einem spartanischen Whirlpool verglichen werden kann. Dieser Zyklus wiederholt sich mehrfach, sodass das gesellige Schwitzen zu einer abendfüllenden Beschäftigung wird.

Fasssauna im Garten

Die schwedische Saunavariante ist eine der geselligsten und so sind Gruppen von bis zu 50 Personen, die gemeinsam ihr Kulturgut lebendig erhalten, nichts Ungewöhnliches.

saunaofen-finnrock-standsaunaofen-modernDie finnische Sauna – der Klassiker

Bei der finnischen Sauna werden Steine erhitzt, die bis zu 300°C erreichen. Die Lufttemperatur selbst bleibt zwar deutlich dahinter zurück, jedoch sind bis zu 100°C möglich. Mit verschiedenen Aufgüssen wird die Luftfeuchtigkeit temporär gesteigert. In Finnland werden Aufgüsse sehr häufig wiederholt, sodass eine hohe Luftfeuchtigkeit entsteht. Da das Wasser auf den vergleichsweise (in Abgrenzung zur Banja) kalten Steinen nur langsam verdampft, steigt es als „schwerer“ Dampf auf. Dieser schlägt sich auf der Haut nieder und wird bei sehr hohen Temperaturen durchaus als brennend empfunden. Daher sind moderate 60°-80°C für eine finnische Sauna die Regel.

In Finnland selbst gehört das Schwitzen zum Alltag dazu. In kleinen Saunahütten sollen alle Menschen gleich sein, sodass es sich um den idealen Ort handelt, um Schlichtungen zu besprechen und Verhandlungen zu führen. Der eigentlich sehr soziale Raum ist durch seine Berühmtheit jedoch einer starken Wandlung unterzogen.

© BillionPhotos.com / Fotolia.com
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Früher waren die Finnen beim Saunieren immer vollständig unbekleidet, nicht zuletzt, um die Gleichheit aller zu unterstreichen. Der zunehmende Strom von Touristen verändert dies jedoch, sodass vielerorts das Badetuch bereits jetzt zur Normalität avancierte.

Die Heimsauna ist oft eine finnische

Die Heimsauna erfreut sich, wie das Saunieren an sich, einer immer größeren Beliebtheit. Das Bewusstsein der gesundheitlichen Vorteile und der Wellnesseffekt ziehen die Menschen in ihren Bann. Sehr häufig vertreten ist dabei die finnische Variante, die sowohl im Haus, als auch im Garten installiert werden kann.

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Die einfache Steuerung der Temperatur, die Möglichkeit die Luftfeuchtigkeit nach eigenem Ermessen zu beeinflussen und auch der charmante nordische Stil haben dieser Heimsauna bereits den Weg in viele Haushalte geebnet. Andere Varianten bleiben hinter dem Primus deutlich zurück, wenn es um die Heimsauna geht.

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